80+ Self-Storage-Marken aufgebaut — 5/5 ★ auf Google

Self-Storage Deutschland 2026

Self-Storage ist für Immobilieneigentümer eine sinnvolle Nutzung, wenn Standort, Objekt und Betrieb zusammenpassen. Es ist aber kein Selbstläufer: Wer nach Bauchgefühl vorgeht, zahlt später oft doppelt.

Dieser Artikel richtet sich an Immobilienentwickler, die ein Self-Storage gründen wollen, und beantwortet die typischen Fragen: Was ist Self-Storage, welche Standorte und Immobilien funktionieren, was kostet der Umbau, und wie viel Arbeit macht der Betrieb.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Self-Storage?

Self-Storage wird auf Deutsch "Selbsteinlagerung" genannt. Verbreitet hat sich der Begriff zwar nie – er beschreibt das Geschäft aber gut:

Im Self-Storage mietet der Kunde einen Lagerraum und lagert selbst ein und aus. Zutritt zum Lagerraum hat der Mieter meist täglich, von 6–22 Uhr. Die Anlagen sind mit Zutritts- und Kamerasystemen gesichert, Verträge sind standardisiert und laufen öfters unbefristet.

Wer Self-Storage einmal nutzt, schätzt den Komfort und bleibt statt Monaten viele Jahre. Das füllt eine Anlage nach der anderen.

Niemand bucht einfach so Self-Storage. Anlass sind größere Veränderungen im Leben: Man zieht zusammen, trennt sich, macht eine Weltreise. Der Lagerplatz wird dann gebucht und ist am Ende zu praktisch, um aufgegeben zu werden. So füllen sich Anlagen, und die Branche wächst.

Welche Arten von Self-Storage gibt es?

Die typische Self-Storage-Anlage in einem Gebäude, also überdacht. Das Fahrzeug wird vor dem Gebäude abgestellt, im Gebäude ist man zu Fuß unterwegs – deshalb nennt man solche Anlagen Indoor-Storage oder Walk-in-Storage.

Besonders in ländlicher Gegend sieht man eher mal ein Container-Storage oder einen Garagenpark. Bei diesen zwei Typen von Self-Storage, wo man mit dem Auto vorfährt und unter freiem Himmel einräumt, spricht man von Outdoor-Storage oder Drive-up Storage.

Es gibt auch "Hybride" Anlagen, die Ansätze mischen: Garagenparks haben im Erdgeschoss größere Garagen und im Obergeschoss manchmal Büros, aber zunehmend kleine Self-Storage Boxen (die deutlich mehr nachgefragt werden und profitabler sind).

Ist der Self-Storage-Boom in Deutschland vorbei?

Mietwohnungen bringen weniger Rendite, Büros sind schwächer nachgefragt, Produktionsbetriebe verkleinern – Investoren sehen sich nach neuen Investitionen um, dutzende starten jedes Jahr mit neuen Marken in den Markt.

Gleichzeitig, und trotz der vielen neuen Mitbewerber, kündigen etablierte Betreiber dutzende neue Standorte in den nächsten Jahren an und sammeln hunderte Millionen an Investitionskapital ein.

Also nein, der Boom ist nicht vorbei. Die Branche glaubt an das Wachstum. Der Self-Storage Markt ist lebhaft, aber auch kein Geheimtipp mehr.

Welche Standorte funktionieren wirklich?

Gute Standorte haben mehrere 10.000 Einwohner im Einzugsgebiet und kommunizieren klar ein Angebot, das zur typischen Nachfrage in der Region passt und sich mit dem Wettbewerb nicht überlappt.

Wer nicht jahrelang auf zu viel Lagerraum sitzen will, sollte prüfen:

  • Einzugsgebiet: Gibt es, abhängig von der Lage, in 15 Geh- oder Fahrminuten ausreichend viele potenzielle Mieter? Mehrere 10.000 Einwohner im Einzugsgebiet sind ein gutes Zeichen.
  • Wettbewerb: Gibt es Mitbewerber und sind diese ausgebucht? Kein Mitbewerber kann eine Chance bedeuten – oder zu wenig Nachfrage. Ein Voller ist immer ein gutes Zeichen.
  • Preise: Wie viel Umsatz kann ich wirklich erwarten? Orientieren Sie sich an der Konkurrenz oder an einem ähnlichen Angebot in vergleichbaren Städten.

Was verdient man mit Self-Storage?

Eine gute Faustformel: Self-Storage bringt pro Quadratmeter etwa das Doppelte des lokalen Mietspiegels einer Wohnung. Der Grund ist einfach – 70–80 % der Mieter sind Privatpersonen, und die setzen den Preis instinktiv ins Verhältnis zu ihrer Wohnung.

Bei Garagenparks und Container-Storage liegt der Ertrag eher beim 1-fachen Mietspiegel. Am oberen Ende schaffen Indoor-Anlagen in guten Lagen auch das 3-fache – aber damit sollte man nicht kalkulieren.

Passt meine Immobilie und lohnt sich der Umbau?

Nicht jede Immobilie ist ein guter Kandidat für Self-Storage:

Im Gewerbegebiet fehlt die Sichtbarkeit, Flächen im Unter- oder Obergeschoss ohne Lift erschweren das Einlagern von Lasten, und ist die Fläche feucht, muss sie erst aufwändig entfeuchtet werden.

Das Baugefühl kann täuschen: Nur weil die Immobilie als Lager genutzt werden kann ist sie noch lange kein guter Kandidat für ein Self-Storage.

Zu den besten Kandidaten gehören ehemalige Einzelhandelslokale – war früher eine EDEKA oder REWE im Haus, ist klar, dass die Immobilie gut sichtbar und ebenerdig zugänglich ist, und ausreichend Haushalte im Einzugsgebiet hat, um das Lager zu füllen.

Ist die Immobilie ein guter Kandidat, sehen die typischen Umbaukosten so aus:

Grundfläche Umbaukosten
250 m² 80.000–100.000 €
500 m² 100.000–120.000 €
1.000 m² 150.000–180.000 €

50 % davon sind Fixkosten (Technik, Zutritt, Software), 50 % abhängig von der Größe der Fläche (Trennwände, Böden, Türen).

Wie viel Arbeit macht ein Self-Storage?

Self-Storage ohne Personal vor Ort ist möglich: Mit der richtigen Technik lassen sich die Anmietung und monatliche Zahlung vollständig automatisieren – alle Kunden von Karibu arbeiten so: Mieter können jederzeit buchen, zahlen und betreten; für den Vertragsabschluss ist kein Kontakt mit dem Vermieter notwendig.

Wenn die Automatisierung stimmt, hat man mit 500 m² oder 80–120 Boxen ca. 10 Stunden Arbeit pro Monat.

Ganz ohne Personal geht es aber trotzdem nicht: Nach Auszügen ist es üblich, die Lagerfläche zu prüfen – manche Mieter sind nicht ausgezogen, andere hinterlassen Schäden oder Schmutz. Und wer schneller vermieten will, hebt zumindest in den ersten Monaten nach dem Start das Telefon persönlich ab oder bietet sogar Begehungen an.

Über unsere 80+ Projekte hinweg sehen wir für ein Storage mit 100 Boxen etwa 10–15 Stunden pro Monat. Davon braucht nur der (freiwillige) Telefondienst eine schnelle Reaktion, die restliche Arbeit teilt man sich frei ein.

Welche Arbeit im Storage anfällt, und was man automatisiert, lesen Sie im Artikel über Self-Storage-Automatisierung.

Wie starte ich ein Self-Storage?

Der erste Schritt: Nutzungsbewilligung bei der Gemeinde einholen – denn auch ein vormaliges Lager darf nicht ohne Weiteres als Self-Storage genutzt werden. Rechnet man die Behördenwege ein, vergehen bis zur Eröffnung etwa 6–9 Monate. Die typischen Projektphasen und Stolpersteine lesen Sie unter Self-Storage eröffnen: So läuft's.

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