Marktplätze für Self-Storage & Garagen

Marktplätze für Self-Storage oder Garagen vermitteln Lagerflächen und Stellplätze zwischen Interessenten und Anbietern und werden je Anfrage, Buchung, oder per gelistete Fläche und Monat bezahlt.

Angebot & Sichtbarkeit entscheiden

Zwei Faktoren bestimmten den Erfolg eines Portals:

  • Großes Angebot: Interessenten erwarten eine große Auswahl an Mietflächen. Anbieter erwarten sich viele potentielle Interessenten.
  • Gutes Ranking: Eine gute Platzierung in den Suchergebnisse bei Google ist wichtig. Langfristig hoffen Marktplätze auf die Etablierung einer Marke.

Gründer von Marktplätzen stehen anfangs vor einem "Henne-Ei-Problem": Anbieter zahlen nicht, wenn Interessenten fehlen. Es braucht aber ein attraktives, um auf Google sichtbar zu werden und potentielle Mieter auf die Seite zu bringen.

Das führt dazu, dass viele Marktplätze zumindest am Anfang Inserate kostenlos einstellen und Inserenten aufwändig einzeln für das Portal anwerben. Teure Werbung über Google Ads ist oft ein Muss, um auf Googles Seite 1 zu erscheinen; eine gute Platzierung in den Suchergebnissen ergibt sich erst langfristig, wenn überhaupt.

Arten von Marktplätzen

Bei den Marktplätzen im Deutschen Raum kann zwischen mehreren Ausprägungen unterschieden werden:

Self-Storage-Verzeichnisse sind das ältere Marktplatz-Modell, das sich auf die Auflistung gewerblicher Lagerflächen beschränkt. Interessenten senden über diese Portale Reservierungsanfragen, die als E-Mail an den Lageranbieter gehen.

Das neuere Modell Airbnb für Self-Storage (oder Garagen) vermittelt Flächen zwischen Privatpersonen und erlaubt es, sie sofort zu buchen. Privatpersonen umgehen die Vermittlungsprovision aber, was mit der Zeit zur Aufnahme von Gewerbeflächen führt.

Das neuste Geschäftsmodell unter den Self-Storage-Marktplätzen kombiniert die zwei vorigen Ansätze: Vermittelt werden gewerbliche Flächen, die man auch sofort buchen kann. Dieses Geschäftsmodell richtet sich an kleine Self-Storage-Betreiber, die keine Website oder Online-Buchung haben.

Preisvergleichsportale für Lagerplatz im DACH-Raum

Diese statischen Verzeichnisse im DACH-Raum generieren lediglich Anfragen:

Buchungsplattformen für Self-Storage und Garagen haben den Anspruch, Marketing und Verwaltung auf einer Plattform anzubieten. Hier werden Flächen gleich gebucht:

Wir rechnen damit, dass die Verzeichnisse sich mit der Zeit entweder zu Buchungsplattformen entwickeln oder verschwinden werden.

* StoreMe hat das Geschäftsmodell geändert, heißt heute Storebox und vermietet Lagerräume. Trotzdem: Das ursprüngliche Modell "P2P-Vermittlung" ist gescheitert.

Die ersten Peer-to-Peer-Lageranbieter

Im deutschsprachigen Raum tauchten die ersten Lagerplatzbörsen 2014 auf. Die Start-ups Storageklub und Shelf Sailor starteten parallel in Wien und Hamburg. 2016 folgte die Fusion unter der Marke Shelf Sailor. 2018 ging die Website offline.

Auch die Wiener StoreMe hatten Schwierigkeiten, das Geschäftsmodell zum Laufen zu bringen. Anfang 2015 wurde der Marktplatz eröffnet. Ein Jahr später wurden zwei Self-Storage Standort eröffnet. Heute heißt das Start-up Storebox und ist als Self-Storage-Franchise erfolgreich. Das Marktplatz-Modell ist mittlerweile von der Website verschwunden.

Der Anbieter 99garages tauchte 2019 auf und hat es vor allem auf Instagram geschafft, durch geschicktes Marketing Follower zu finden. Realisiert wurde die Idee aber bis heute noch nicht - bis heute ist die Website von 99garages auf eine Warteliste beschränkt.

"Airbnb für Self-Storage" scheitert - aber warum?

Buchungsplattformen, die sich auf die Vermittlung zwischen Privatpersonen beschränken, hatten im deutschen Sprachraum bisher keinen Erfolg. Warum ist das so?

  1. Rechtlich schwierig: Die Weitergabe von Flächen und Schlüsseln kann gegen Mietverträge verstoßen und zu Problemen mit Nachbarn führen.
  2. Kleine Margen: Im Billigsegment kassiert man kleine Provisionen; das Geschäft wird erst spät mit Masse und Markenbekanntheit profitabel.
  3. Viel Konkurrenz: Kleinanzeigen- und Immobilienportale vermitteln das gleiche Produkt, haben aber mehr Geld und das Vertrauen ihrer Benutzer.
  4. Kundenverlust: Kunden treffen sich auf der Plattform, wollen für die Vermittlung aber nicht zahlen - und schließen das Geschäft außerhalb ab.

Kundenverlust, auch Leakage genannt, ist das größte Problem, mit dem Marktplätze kämpfen. Ferdinand Dietrich, Co-Founder von StoreMe, hat das Problem selbst erlebt: "Wir hatten immer mehr Lagerflächen und Benutzer - aber der Umsatz wuchs nicht mit. Die Benutzer trafen sich auf StoreMe, wickelten die Zahlung aber unter sich ab."

Mehrwert schaffen als Lösung

Juho Makkonen und Cristobal Gracia schlagen in Ihrem Buch The Lean Marketplace gleich mehrere Lösungen für Leakage vor. Die Grundidee ist es, klaren Mehrwert für beide Seiten schaffen mit Maßnahmen wie:

  • Versicherung: Gewerbliche Anbieter bieten oft eine Basisversicherung an, die an die Größe der Lagerfläche gekoppelt sein kann. Wer will, kann sie aufstocken.
  • Bewertungen: Bewertungen für Mieter und Vermieter schaffen Vertrauen und steigern Verkäufe. Wer sie erhalten will, muss auf der Plattform handeln.
  • Werkzeuge: Kostenlose Werkzeuge zur Verwaltung von Flächen und Verfügbarkeiten können eine Gebühr eher rechtfertigen.
  • Reibungslose Transaktion: Ein einfacher Ablauf, hinterlegte Zahlungsmittel, und Garantien gegen Zahlungsausfälle können das Vertrauen stark erhöhen.

Mehr zum Thema lesen Sie nicht nur im Buch, sondern auch in Juho Makkonens Artikel Managing marketplace leakage – How to discourage people from going around your payment system.

Die unterschiedlichen Gewerbekunden

Die Vermittlung von Gewerbeflächen hat sich als profitabler herausgestellt, zumindest in der DACH-Region. Anbieter von Lagerflächen und Stellplätzen arbeiten aber mit sehr verschiedenen Kunden - wir sehen die zwei Felder sehr unterschiedlich:

Parkplätze

Die Gewerbekunden von Marktplätzen wie Payuca sind Immobilienunternehmen, die ungenutzte Stellplätze vermieten wollen. Sie betreiben für die Stellplätze keine eigene Marke oder Vermietungsplattform - das Angebot des Marktplatzes für Garagen ist für den Immobilienkonzern die einfachste Art, Parkplätze zu vermieten.

Self-Storage

Marktplatze für Lagerräume bedienen zwei Gruppen gewerblicher Anbieter:

Etablierte Self-Storage-Betreiber nutzen die Buchungsplattformen als zusätzlichen Verkaufskanal; da oft erst bei Buchungsabschluss gezahlt wird, ist die Teilnahme ohne Risiko. Eine echte Abhängigkeit besteht nicht; wer die Online-Buchung auf der eigenen Website noch nicht hat, rüstet sie mit einer Software wie Storeganise nach.

Die interessantere Kundengruppe für Self-Storage-Marktplätze sind Neueinsteiger. Die Portale betreuen sie beim Einstieg ins Geschäft, und bieten ihnen Marketing und Self-Storage-Software aus einer Hand.

Herausforderungen für Self-Storage-Marktplätze

Anders als bei Parkplätzen, sehen wir bei den gewerblichen Anbietern von Self-Storage eine höhere Tendenz zur Unabhängigkeit, sowie mehr Alternativen zu Marktplätzen. Diese Probleme müssen Self-Storage-Marktplatzanbieter noch lösen:

  • Aufwändige Softwareentwicklung: Aktuell gibt es 50 Anbieter von Self-Storage-Software. Aufgrund der großen Konkurrenz ist der Preisdruck hoch, die Margen gering - viele Experten meiden die unprofitable Entwicklung eigener Software.
  • Konkurrenz durch Marktplätze: Hat sich ein Marktplatz etabliert, kann er leicht ins Ausland wachsen. Uns ist aktuell ein ausländischer Anbieter bekannt, der ein Geschäft in Deutschland aufbaut.
  • Franchising als Alternative: Ein Marktplatz, der auch baut und berät unterscheidet sich kaum von einem Self-Storage-Franchise - nur die Gebühren fallen anders aus; Marktplätze verrechnen teilweise nur pro Vermittlung.
  • Kunden setzen selbst um: Mittlerweile kann man ein automatisiertes Self-Storage-Unternehmen leicht selbst aufbauen (mehr dazu in unseren Tipps für Self-Storage Startups).
  • Gewerbe wandern ab: Wird der Marktplatz zum ernstzunehmenden Konkurrenten, wandern die Gewerbekunden ab. Auf lange Sicht bleiben nur die eigenen Kunden auf der Plattform - das Angebot wird dünner und weniger attraktiv für Suchende.
  • Kampf um Google-Platzierung: Der Erfolg eines Marktplatzes hängt von einer Google-Platzierung ab. Bei alleine 13 Anbietern in unserer Liste, und vielen Lokalen Anbietern im Storage werden viele den Überlebenskampf verlieren.

Über den Autor

Sebastian Kerekes hilft mit Karibu Immobilien-Unternehmern moderne, voll automatisierte Self-Storage-Anlagen zu errichten. Unser Blog ist der einzige im DACH-Raum zu Self-Storage & IT.

Kostenlose Ratgeber

Strategen holen sich unser kostenloses PDF Die 5 Prinzipien erfolgreicher Self-Storage-Unternehmer.

In Self-Storage für Selbermacher lernen Praktiker den Ablauf und die Kosten eines Self-Storage Projekts.